Freitag, den 16.11.2007.
Totenmesse in der R.-Kirche für den (… )!
Der ( … ) und ich warten vor der Kirche auf unsere Tochter ( … ), die noch nachkommen wollte. Da sie sich aber verspätet, geht der ( … ) und ich schon einmal den großen Mittelgang voraus, und suchen schon einmal einen freien Platz für uns.
Wie, wenn sie schon auf uns gewartet hätte, tritt eine Franziskaner- Nonne aus der zweiten Bankreihe heraus und läd uns ein, doch bei ihr und einer zweiten Nonne Platz zu nehmen. Von da bemächtigt sich mir wieder einmal das Gefühl, dass das nicht mehr rein zufällig geschieht, kann es aber nicht ergründen. Völlig unbeabsichtigt und nicht von meinem Willen steuerbar, kullern unentwegt heisse Tränen über meine Wangen.
( Ich erwähne dies, weil mir das häufiger geschieht, und mir jemand gesagt hat, dass ich für andere die Tränen weine. )
Während ich denen nun Einhalt zu gebieten versuche, höre ich auf die Stimmen der Franziskanerinnen und dem Lied das sie singen: “Herr erbarme Dich”, was alles noch viel schlimmer macht.
Und nun folgt eine Rückbesinnung des Pastors, auf die Person , die wir gleich zu Grabe tragen wollen. Vom Leben des Großvaters ( … ) und seinen Kindern und seinen Enkelkindern. Von seinem Kampf und seinem Humor, in den letzten Stunden vor seinem Tod im Krankenhaus. Ich höre nicht , dass der Pastor, auch nur mit einem Wort ( … ) die Frau und Gattin erwähnt. Dennoch fühle ich mich in dem Moment, den Franziskanerinnen sehr verbunden, deren Wunsch es einmal war, dass ich in ihr Kloster eintreten solle. Vom Schlusslied höre ich dann nur noch: “Von wunderbaren Mächten getragen” was mich ungemein tröstet. Auf dem Friedhof, bin ich dann ganz ruhig. Höre wie der Pater in seiner Grabrede wieder nicht die Gattin ( … ), die Frau des Verstorbenen ( … ) erwähnt und frage mich warum?
Beim Kaffee und Kuchen, erzählt mir dann eine Schwiegertochter des Verstorbenen, dass nicht nur ich so heftig in der Kirche geweint habe, sondern auch eine der Töchter des Verstorbenen. Dabei fordert sie mich auf, diese Angelegenheit näher zu betrachten, aber im Moment scheint mir das alles ein wenig zu unheimlich, deshalb enthalte ich mich einfach einer Antwort”!